2. Der neue alte Fleisch-Skandal.
Ein eigenartiger Zeitungs-Artikel
3. Subversive Information
4. Dokumentation
Einleitung
Jeden Tag ist Fleisch-Skandal!
Durch Medien und Politik endlosschleifen-artig in unausweichliche Wahrnehmungszustände transformiert, verfolgen uns alle
Jahre wieder sogenannte "Lebensmittel-Skandale".
Bisher gab es viele Gründe zur Besorgnis und dementsprechende Schlagzeilen. Es ist die Rede von Rinderwahn (alias BSE) oder von Scrapie, von rückdatierten Fleischerzeugnissen
aus dem Supermarkt, von Hormon-Mast, Antibiotika-Resistenz und von dubiosem "Risikomaterial", von illegal weiterverarbeiteten Schlachtabfällen, von nitrofenverseuchtem Futtermittel, von gefährlicher Blauzungenkrankheit et cetera pp.
Vor, nach oder zwischen Schweinepest und Vogelgrippe
ist es mal wieder ein tonnenschwerer "Fleischskandal"
(Stichwort: Gammelfleisch), der
die fleißigen Esser mit einem unguten Gefühl in der nimmersatten
Magengrube belastet. Und wie jedes Mal bei solch kurzzeitig ins kollektive
Bewusstsein hervorgeholten Anlässen, drängen sich zahlreiche (Berufs-)Vertreter
einer angewiderten und im Selbstwertgefühl verletzten Käuferschicht
bereitwillig in den Vordergrund. Da werden schnell-schnell neue Verbraucherschutz-Richtlinien ausgetüftelt
und Höchststrafen für jene Gauner gefordert, die derartig
unapetitliche
Skandale zu verantworten haben. Dabei wird leider allzu häufig und
allzu gerne übersehen, dass die Konsumenten selbst in hohem Maße
mitverantwortlich sind. Meinetwegen sind sie es auch für diesen und
für jenen Hygiene-GAU, aber in erster Linie sind die Verbraucher
denn sie sind schließlich diejenigen, die "verbrauchen"
verantwortlich für das, was jeden Tag den milliardenfach gefangengehaltenen
Tieren in Käfigen, Ställen und Schlachthöfen begegnet:
die abwertende Behandlung im Dienste einer gigantischen, von Menschen
geschaffenen Nutzbarmachungs-Maschinerie.
Im Grunde liegt der eigentliche
Skandal nicht bei der fahrlässigen Verursachung von Gehirnschwund
durch kannibalismus-äquivalente "Verfütterung" von Tiermehl an
Wiederkäuer. Der eigentliche Skandal liegt auch nicht bei umdatierten
Fleischerzeugnissen in den Kühlregalen
der Discounter-Märkte oder in den als ungenießbar klassifizierten
und trotzdem gewinnbringend verkauften "Gammelfleisch"-Reservoirs
in Bayern, in Hessen, in Kärnten, in Texas oder sonst wo. Eigentlicher
Skandal unserer kulturerschütterten modernen Gesellschaft ist die
Benutzung, Abnutzung, Zweckbestimmung und Entwertung von [uns selbst im
Wesentlichen ähnlichen] Lebewesen. Und das wiederkehrend. Tag für
Tag.
Doch lesen Sie selbst:
Skandal!
>>
Der neue alte Fleisch-Skandal. Ein eigenartiger Zeitungs-Artikel,
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Subversive
Information - alternative Demonstrationsmethoden: Druck den Artikel
aus und/oder kopiere ihn. Lass ihn in der U-Bahn, im Zug, im Bus, an der
Uni, in der Schule, in Wartezimmern, im Bioladen, auf der Parkbank
also überall dort, wo es sich anbietet liegen. Menschen werden
sich den Artikel durchlesen und darüber nachdenken. Probier´s
aus!
Das Tier ist im Menschen, denn der
Mensch ist ein Tier. Jede Misshandlung und jeder schändlich
begangene Mord am Tier, ist ein Verbrechen an uns selbst.
Hallo
Suchmaschine, hier der Text aus dem Zeitungsartikel:
FLEISCH-SKANDAL, Schlachtungen,
gewinnbringende Geschäfte und kein Ende in sicht?
Cloppenburg - Die Vorwürfe im neuen
Fleischskandal klingen besorgniserregend. Ein fleischverarbeitender
Betrieb im niedersächsischen Lastrup (Landkreis Cloppenburg)
soll lebende Tiere bei vollem Bewusstsein betäubt und anschließend
im bewusstlosen Zustand getötet sowie geschlachtet haben, um
das so gewonnene Fleisch in den Handel zu bringen. Die Leichenteile
sollen nach Angaben der Lastruper Morgenpost
bereits vielfach an Kundinnen und Kunden des norddeutschen Betriebes
verkauft worden sein. Anhand der Unterlagen versucht man festzustellen,
wohin das Fleisch geliefert worden ist. Man gehe davon aus, dass
der Lebensmittelhandel und weiterverarbeitende Betriebe Abnehmer
gewesen seien, so Paul Plevitz von der Staatsanwaltschaft Oldenburg.
Es sei damit zu rechnen, dass für die getöteten Tiere
durch die verübte Handhabung ein irreversibler Schaden entstanden
ist. Der 48-jährige Inhaber der Schlachterei wird verdächtigt,
bisher in über 150 ähnlichen Tötungsdelikten tätig
geworden zu sein. Ein ehemaliger Mitarbeiter hatte die Behörden
über die Zustände in diesem und in weiteren landesweit
zugelassenen Unternehmen informiert. Das Statistische Bundesamt
Deutschland veröffentlichte im Zusammenhang mit Schweinen,
die im Jahr 2004 auf gleiche Weise getötet und verarbeitet
wurden, eine Zahl von 46,3 Millionen Individuen.
Die Zusammensetzung von fleischhaltigen Erzeugnissen muss künftig
eindeutig auf deren Verpackung vermerkt sein. Einen entsprechenden
Verordnungsentwurf zur Änderung der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung
hat jetzt das Bundesverbraucherministerium (BMVEL) vorgelegt. Die
Verordnung sieht vor, dass auf dem Etikett von Erzeugnissen, die
Fleisch als Zutat enthalten (zusammengesetzte Nahrungsmittel, Fertiggerichte
oder Fleischerzeugnisse), in Zukunft genau anzugeben ist, von welchen
Tieren das verwendete Fleisch stammt. Als Fleisch gilt in diesem
Zusammenhang nur Skelettmuskulatur.
Bereits seit Jahrzehnten machen unabhängige Tierrechtler weltweit
auf die inakzeptablen Zustände bei der als Nutztierhaltung
umschriebenen Misshandlung von Tieren aufmerksam. Eine Vielzahl
von Aktivisten plädiert daher für die vegane Lebensweise.
Dadurch werde ein ethisch verantwortbares Konsumverhalten entwickelt,
das leidfreie Alternativen zur üblichen Ausbeutung und Tötung
von Lebewesen fördere.
Aufklärung und Sensibilisierung der Verbraucher sind geeignete
Maßnamen, so Dirk Gießelmann vom Internetprojekt soylent-network.com,
um Menschen auf die kritischen Zustände in unserer Gesellschaft
aufmerksam zu machen. Der aktuelle Fleisch-Skandal veranschauliche
einmal mehr, dass grundlegende Veränderungen an unserem Verhalten
anderen Lebewesen gegenüber besonders notwendig sind. (sn)