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Die Metapher über die 'Wahrheit und ihre Erscheinungen', die Heinrich von Kleist einst in seinem Brief formulierte (beeinflusst durch Immanuel Kant und dessen 'Kritik der reinen Vernunft'), lässt sich ebenso auf ein Beispiel anwenden, bei dem der Mensch vor den Augen [nicht stattdessen!] grüne Gläser trägt, wodurch trotz alledem seine Anschauungen sich verfärben.
Nehmen wir an, kulturelle und moralische Wertesetzungen einer Gesellschaft wirken ähnlich wie die zitierten grünen Gläser [quasi als Filter], dann beeinflussen sie entscheidend unsere Anschauungen und darauf begründet unser Handeln. Wären da rote Gläser vor unseren Augen, so erhielten wir einen rot-gefilterten Eindruck von den Dingen, die wir dadurch betrachten wären sie blau, dann würden wir dementsprechend blau-gefiltert wahrnehmen. [Die spezifische Wirkungsweise jener Filtration sei erstmal dahingestellt.]
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„Nutztierhaltung” ist eine solch kulturell und moralisch gefärbte Anschauung, beziehungsweise ist sie deren Folge. So wie der „Wert” von Menschen und Menschengruppen in verschiedenen Kulturen durch die Zuschreibung biologischer, religiöser, ethnischer oder ökonomischer Attribute strukturell erzwungen wird [vgl. Sexismus, Rassismus, human-resourcing ...], so wird auch der „Wert” von Individuen, welche man in „Nutztier-Kategorien” drängt, beliebig festgesetzt. Jede so klassifizierte Gruppe erhält ihre spezifische Färbung durch den Filter, unter dessen Einwirkung man sie beurteilt.
Die daraus hervorgehenden Konsequenzen gilt es schnellstmöglich und gründlich in Ordnung zu bringen, da wir nicht den gleichen Fehler begehen sollten wie jemand, der sich bei der Betrachtung von Schweinen grüne Gläser vor die Augen hält und infolgedessen meint, Schweine wären grün.
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